Sa. 24. Juni 2017

24.06.

Auch bei Regen fällt der Stöbertag nicht ins Wasser

Freitag den 19.05.2017

von Dirk Grein

49 Drittklässler erleben einen aufregenden Tag in der Arbeitswelt der Großen

Von Dirk Grein

HERSCHEID ■ Spannender denn je verlief der gestrige 19. Stöbertag der Gemeinde Herscheid: Die angekündigten Gewitter sorgten für Anspannung bei den Organisatoren.

Immer wieder richteten Ortrud Struck und Meryem Yilmaz einen bangen Blick Richtung Himmel. Stöberstellen im Freien - beispielsweise die Fußgruppe, die mit Förster Klaus in den Wald ging - waren auf gutes Wetter angewiesen. Als sich dann pünktlich zu Beginn der Nachmittagsschicht um 14 Uhr die Schleusen des Himmels öffneten und ein starker Regenguss einsetzte, kam die Organisation kurzzeitig ins Wanken. Doch glücklicherweise handelte es sich lediglich um einen zwar kräftigen, aber letztlich kurzen Schauer.

"Alle Aktionen konnten wie geplant stattfinden", stellte Ortrud Struck am Ende eines ereignisreichen Tages fest. Auch die kurzfristige Absage einer Stöberstelle am Mittwochabend konnte kompensiert werden. "Da mussten wir kurz Domino spielen", verglich Ortrud Struck. Will meinen: Die Aufteilung der Gruppen wurde zum Teil neu geordnet. Dem erfahrenen Orga-Duo gelang es letztlich, für alle 49 Kinder (krankheitsbedingt hatte es einige Absagen gegeben) jeweils zwei Stöberstellen zu finden und dabei die Schülerwünsche zu berücksichtigen.

Mit strahlenden Augen und ganz unterschiedlichen Erfahrungen im Gepäck kehrten die Kinder um 16 Uhr zum Jugendzentrum zurück. Dort berichteten sie den wartenden Eltern sogleich von ihren Stöberstellen: Schweißen im Betrieb, Kellnern im Gasthof, Mikroskopieren in der Apotheke - insgesamt hatten sich 38 Firmen, Geschäfte und Einrichtungen beteiligt, davon drei neue. Ihnen allen galt der besondere Dank von Bürgermeister Uwe Schmalenbach, der die Kinder am Morgen begrüßt hatte. In sein Lob schloss er Eltern, Lehrer, DRK sowie den Märkischen Kreis mit ein, die sich um die Betreuung und den Transport der Kinder kümmerten. Meryem Yilmaz und Ortrud Struck hatten nicht nur die umfangreiche Organisation übernommen, sondern auch den Küchendienst; sie bereiteten am Mittag die traditionelle Stöbersuppe (Hühner-Nudeltopf) zu.

Der Beginn des gestrigen Tages wurde übrigens gefilmt. Kameramann Markus Baumeister und Tontechniker Daniel Pütz von der Firma "Das Zeichen" aus Hemer begleiteten einige Kinder zu ihren Stöberstellen. Die beiden erstellen im Auftrag des Märkischen Kreises einen kurzen Imagefilm. "Damit wollen wir zeigen, wie unsere Jugendförderung aussieht", erklärte Kreis-Mitarbeiterin Manuela Behle. Das Paradebeispiel dafür sei der Stöbertag, der vor 20 Jahren aus den Beneluxländern ins Sauerland importiert wurde. Die Gemeinde Herscheid übernahm seinerzeit eine Vorreiterrolle. Die übrigen sieben Kommunen im Zuständigkeitsbereich des Kreis-Jugendamtes haben aufgrund der guten Erfahrungen aus Herscheid nachgezogen und bieten inzwischen auch Stöbertage an.