Das "Pressezentrum" der Vier-Täler-Stadt

Zu Gast im Druck- und Verlagshaus - An der Lohmühle entsteht die Heimatzeitung

Fest verwurzelt in Plettenberg ist die Heimatzeitung, unser Süderländer Tageblatt. Bald im 125. Jahr erscheint das ST - mehr als 100 Jahre davon hat der Verlag seinen Stammsitz An der Lohmühle (früher Herscheider Straße). Hier ist die "Zentrale" des Verlages Hundt. Hier sind wir zu Hause und hier "machen" wir die Zeitung.

Im Druck- und Verlagshaus bündeln sich alle Aktivitäten. Hier finden die Leser, Anzeigen- und Drucksachenkunden ihre Gesprächspartner und die freundliche und kompetente Beratung für alles, was mit Zeitung und Druck zusammenhängt.

Im Vordergebäude hat das Geschäftslokal unserer Zeitung seinen Platz. Leserservice, Anzeigenagentur, Buchladen und Druckereigeschäft befinden sich hier. Im Nebengebäude befindet sich die Redaktion. Sie deckt für den Lokalteil und in der Verlagsgruppe Lüdenscheider Nachrichten / Westfälischer Anzeiger den kompletten Raum zwischen dem Versedreieck, Herscheid/Plettenberg und Affeln einerseits, zwischen Teindeln und Attendorn/Finnentrop andererseits ab. Die ST-Redaktion ist darüber hinaus verantwortlich für den Heimatsportteil in unserer Region.

Kurzum: An der Lohmühle findet sich - im örtlichen Maßstab - das "Pressezentrum" der Stadt. Wer mag, der kann uns gerne besuchen kommen, denn unsere Türen stehen stets gastlich offen.


Ein weiter Weg: Von der Tret-Druckmaschine bis zur volldigitalen Zeitung

Ein Spaziergang durch 125 Jahre Zeitungsgeschichte des Süderländer Tageblatt. Besonderheit: Ein Familienbetrieb

Im Jahre 1880 kam ein Buchdrucker namens Johann Ruckstuhl, der sich den damaligen Bräuchen entsprechend "auf der Walze" befand, nach Plettenberg. Bei ihm muß es sich um einen Mann mit Unternehmungsgeist und Weitblick gehandelt haben, denn er hatte bald erkannt, daß in dem damals noch kleinen Plettenberg der Boden zur Gründung einer Zeitung günstig war. So wagte er die Gründung einer Zeitung in dem damals nur 3000 Einwohner zählenden Plettenberg. Schon bald sollte sich zeigen, daß das Experiment gelungen war. Die Bevölkerung nahm die Zeitung als eine Bereicherung für ihr Städtchen gerne an. Zunächst erschien die junge Lokalzeitung zweimal wöchentlich als "Plettenberger Bote". Ein Jahr später, ab Januar 1881, erhielt sie den Titel "Süderländer Wochenblatt". Größe und Umfang der Zeitung waren anfangs natürlich bescheiden. Johann Ruckstuhl setzte das zunächst in Kleinformat erscheinende Blatt selbst und druckte es auf einer Handpresse.

Mehrfach wechselte die Zeitung in den Folgejahren ihren Besitzer. Mit dem Verleger Otto Maercker verbindet sich 1913 der Übergang zur täglichen Erscheinungsweise und die Ausdehnung des Verbreitungsgebietes auf die Gemeinde Herscheid. Nun hieß die Zeitung "Süderländer Tageblatt".

Der Erste Weltkrieg warf die Heimatzeitung zurück. Nicht rechtzeitig eintreffende Papiersendungen machten vorübergehende Einschränkungen nötig. Wie im Archiv des Süderländer Tageblattes festgehalten ist, wurden beim Stromausfall russische Kriegsgefangene zum Drehen der Druckmaschine eingesetzt. Diese Schwierigkeiten und Einschränkungen erwiesen sich fast als geringfügig gegenüber denen, die der zweite Weltkrieg mit sich brachte und unter denen in besonders starkem Maße die Heimatpresse zu leiden hatte.

Am 1. Oktober 1919 wechselte die Zeitung wieder ihren Besitzer. Sie wurde übernommen von dem einer alten westfälischen Verlegerfamilie entstammenden Zeitungsverleger Otto Hundt aus Hattingen. Seitdem befindet sich der Verlag des Süderländer Tageblattes im Besitz der Familie Hundt.

Die Inflationszeit und das "Tausendjährige Reich" waren schwere Zeiten für das ST. In den NS-Jahren sahen sich die Verantwortlichen der neutralen Heimatpresse durch Schikane der Herren des Dritten Reiches unter enormen Druck gesetzt.

Ein Opfer der Schließungswelle wurde das Süderländer Tageblatt. Es mußte am 31. Mai 1941 im Zuge der "Kräftekonzentration" vorläufig sein Erscheinen einstellen. Trotzdem gelang es dem Verlag, unter anderem Titel den Lesern des ST für die Dauer des Krieges eine Zeitung mit lokalen Nachrichten und Anzeigen anzubieten.

Mit dem Einmarsch der Alliierten in Deutschland wurde die Herausgabe von Zeitungen zunächst grundsätzlich verboten. Gestattet wurde lediglich der Druck eines zunächst einmal wöchentlich, später dann zweimal wöchentlich erscheinenden zweiseitigen Bekanntmachungsblattes erlaubt, in dem vor allem Anordnungen der Besatzungsmacht sowie Bekanntmachungen der Kreis- und Ortsbehörden erschien. In erster Linie waren es die Bekanntgaben über die aufgerufenen Lebensmittel, die dieses Bekanntmachungsblatt bei der Bevölkerung so begehrenswert machte.

Groß war dann aber die Freude nicht nur beim Verlag, sondern gleichermaßen bei dem alten Leserstamm, als der Lizenzzwang endlich aufgehoben wurde und die altvertraute Heimatzeitung wieder erscheinen durfte. Nach achtjähriger Unterbrechung verließen am 29. Oktober 1949 die ersten Exemplare des Süderländer Tageblattes im alten Gewande die Rotationsmaschine.

Die Jahre seit 1949 waren gekennzeichnet von einem ständigen technischen Wandel und fortlaufenden Modernisierungen. Das Setzblei wich der volldigitalen Zeitungsproduktion, die Buchdruckmaschine einer hochmodernen Offsetrotation, das schwarz-weiße Zeitungsbild wurde bunt. Seit 1994 erscheint das ST morgens, nicht mehr nachmittags. Die "Internet-Zeitung" schickt sich an, das nächste "Kind" des Verlages zu werden.

Die alte Druckmaschine (Baujahr 1911) wurde 2001 an das Westfälische Freilichtmusuem Hagen abgegeben, wo sie heute im Museumsbetrieb neben der alten historischen Plettenberger Lohmühle ihr „Gnadenbrot“ als Exponat erhält.

Nach wie vor ist der Verlegername Hundt fest mit dem Tageblatt verbunden. Auf Otto Hundt folgten Dr. Herbert Hundt, Valerie Hundt und nun Camilla Hundt und Stefan Aschauer-Hundt.

Als Familienunternehmen ist das Tageblatt als verläßlicher Partner eingebunden in die Zeitungsgruppe Lüdenscheider Nachrichten / Westfälischer Anzeiger.

Für die Verlagsgruppe Ippen liefert die Redaktion im Zeitungshaus Plettenberg seit 1996 die komplette Berichterstattung aus Herscheid (für den Titel Lüdenscheider Nachrichten) sowie eine Seite "Vier-Täler-Stadt Plettenberg" (für den Titel Süderländer Volksfreund Werdohl).

Mit der Schließung sämtlicher Lokalredaktionen der konkurrierenden Westfälischen Rundschau zum 1. Februar 2013 übernahm die Redaktion des ST auch die Belieferung der WR mit sehr begrenzten lokalen Inhalten. Das Zeitungshaus Plettenberg produziert auftragsgemäß einen mengenmäßig klar definierten Lokalteil für die WR in Plettenberg und Herscheid und versteht sich in dieser Aufgabe als örtliche WR-Redaktion.

Auf dem Sektor "Zeitungslogistik" ist der ST-Versand tätig für das eigene Produkt, das Süderländer Tageblatt, und für ein Bündel überregionaler Fremdzeitungen wie Süddeutsche und Welt. Seit 1998 verteilt der ST-Versand in Plettenberg und Herscheid auch das am Mittwoch erscheinende Anzeigenblatt "Der Bote". Seit dem 15. Oktober 2012 wird auch die Westfälische Rundschau ab Rampe Hagen-Bathey durch den ST-Versand in Plettenberg zugestellt.

Wir sind ausgezeichnet...

...mit dem Ralf-Dahrendorf-Preis für Lokaljournalismus 2013

Mit dem Preis, der nach dem 2009 verstorbenen Sozialwissenschaftler, Politiker und Publizisten Ralf Dahrendorf benannt ist, werden alle zwei Jahre Print- und Online-Artikel prämiert, die in vorbildlicher Art die Funktionsweise der Demokratie auf der lokalen Ebene transparent machen.


...mit dem Herbert Quandt-Medienpreis 2013

Der Herbert Quandt Medien-Preis würdigt seit 1986 jährlich Journalisten und Publizisten aller Medien, die sich in anspruchsvoller und allgemeinverständlicher Weise mit dem Wirken und der Bedeutung von Unternehmern und Unternehmen in der Marktwirtschaft auseinandersetzen. Der Medien-Preis der Johanna Quandt-Stiftung wird im Gedenken an die Persönlichkeit und das Lebenswerk des Unternehmers Dr. Herbert Quandt verliehen.


...mit dem Deutschen Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung

Ausgezeichnet wurden wir 2010 in der Kategorie "Zeitgeschichte" und 2012 in der Kategorie "Wirtschaft"


...mit dem Publizistikpreis 2011 für lokale Wirtschaftsberichterstattung

der Volks- und Raiffeisenbanken, Spar- und Darlehnskassen in Rheinland und Westfalen


...mit dem Mitteldeutschen Journalistenpreis

(2. Platz) der IHK Halle-Dessau, des Deutschen Journalistenverbandes und der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Sachsen-Anhalt


...mit dem Publizistikpreis Senioren

des Meyer-Hentschel-Instituts Saarbrücken


...mit dem Leser-Blatt-Bindungspreis

in der Kategorie Redaktion (1. Platz) des Verbandes Deutscher Lokalpresse e.V.


mit dem "Grundrechte-Preis für Lokaljournalismus 2008"

Der Grundrechte-Preis für Lokaljournalismus fördert und honoriert journalistische Beiträge, die gleichermaßen originell wie allgemeinverständlich das Thema Grundrechte, grundrechtsrelevante Handlungen oder Zustände mit Grundrechtsrelevanz darstellen und für den Wesensgehalt der Grundrechte sensibilisieren.