PLETTENBERG ■ Es waren vier Tage der Musik, der Gemeinschaft und des Kennenlernens: Rund 110 junge Musiker des Albert-Schweitzer-Gymnasiums verbrachten von Donnerstag, 2. Februar, bis zum Sonntag, 5. Februar, viele schöne und produktive Stunden auf der Burg Blankenheim in der Nordeifel, wo auch dieses Jahr wieder die "Chorfreizeit" der Schulensembles statt fand.
Mit dabei waren die Big Band, der große und der Unterstufenchor, das Unterstufenorchester, die Bläserklasse 6c und die fünf Jungs um "Percussion 5". Unter der Leitung von Wilfried Wagener, Rainer Meiertoberens, Antje Bauer und Petra Westermann hatten die Schüler in gemütlicher Atmosphäre die Gelegenheit, sich ohne Zeitdruck und Schulstress auf ihre Musik zu konzentrieren, sich an ihren Instrumenten auszuprobieren oder ihre Stimmen zu stärken.
Die Big Band kommt dank neuer
Saxophonisten wieder in Schwung
Nachdem in den letzten zwei Jahren viele ältere Schüler nach dem Abitur aus der Big Band ausgeschieden sind, hatte es das Ensemble lange Zeit schwer, wieder Nachwuchs zu finden. Doch diese Durststrecke ist nun vorbei: Drei junge Saxophonisten spielen seit ein paar Wochen mit in der Big Band. Leiter Rainer Meiertoberens ist begeistert: "Es ist einfach klasse, wie schnell ihr lernt. Diese Passage war früher immer schwierig, aber ihr spielt das ohne Probleme", lobt >MTB< - wie er liebevoll von seinen Schützlingen genannt wird - vor allem die Neulinge. Bei Klassikern wie "Chameleon" von Herbie Hancock und "What is Hip" von Tower of Power aber auch bei "Mission: Impossible Theme" von Lalo Schifrin lernten sie schnell mitzuspielen und durften sogar das ein oder andere mal improvisieren. Die frisch eingeübten Stücke wird die Big Band auf einem Sommerkonzert der Schulensembles und bei der Abiturientenentlassung im Juni präsentieren.
Der große Chor probt für ein großes Musical-Konzert am 1. Juli
Auch der große Chor hat ein Ziel vor Augen: Am 1. Juli werden die Sänger zusammen mit dem Jugendsinfonieorchester der Musikschule Lennetal und dem Feuerwehrmusikzug Plettenberg im ASG ein Konzert geben. Hierfür haben sie u.a. ein Medley mit Melodien aus den Musicals Phantom der Oper, Cats, Jesus Christ Superstar, Evita und Prince of Egypt von A. Lloyd-Webber einstudiert. "Der Rohbau für unser Konzert im Juli steht nun auf sicherem Boden. Natürlich haben wir noch einige Arbeit vor uns, doch ich bin sicher, dass es ein wunderschönes Konzert wird", zeigt sich Wilfried Wagener optimistisch und ein bisschen stolz auf seine Sänger.
"Elijah-Rock" weckt Erinnerungen
bei den älteren Jahrgängen
Für alle Chormitglieder, die trotz der Vor- und Nachmittagsproben noch nicht genug vom Singen bekommen konnten, bot Wilfried Wagener in den abendlichen Stunden einen kleinen Vokalkreis an. Dort wurde gesungen, worauf die Sänger Lust hatten. Viele hatten alte Noten von Stücken mitgebracht, die der Chor lange nicht mehr gesungen hatte. Eines der Lieblingsstücke war der Gospel-Song "Elijah Rock", den vor allem die 13er noch fast auswendig singen konnten. "Es ist schön, mal wieder dieses Lied zu singen", freute sich Franziska über den Gospel, den sie damals, als sie frisch in den Chor kam, zum ersten Mal gesungen hat.
Die Kleinen erfreuen sich der Musik
und der schönen Landschaft
Die "Kleinen" aus Unterstufenorchester und -chor, konnten auch gar nicht genug vom Musizieren bekommen. Selbst abends nach dem Essen hörte man immer noch Geigen durch die Burg schallen, die Melodien vor sich hin spielten. Viele Schüler dieser beiden Ensembles waren das erste Mal mit auf der mittelalterlichen Burg, die seit Jahrhunderten über das kleine Örtchen Blankenheim ragt. Mit großen Augen bewunderten sie die alten Ritterrüstungen im Burginneren und entdeckten mit Begeisterung die vielen Nischen und Zimmerchen, die über die ganze Burg verteilt sind. Trotz tief winterlicher Temperaturen um Minus 18 Grad stapften sie in der Mittagspause zum zugefrorenen Weiher unten im Dorf. Sie bewunderten die Enten, die bei dieser klirrenden Kälte trotzdem auf einem kleinen, nicht zugefrorenen Stück Wasser badeten. "Der See sieht einfach wunderschön aus. Aber lange haben wir es bei dieser Kälte nicht im Dorf ausgehalten", erzählt Sarah, die gerade mit ihren Freundinnen wieder zurück in der Burg kommt und sich bibbernd die Hände reibt.
Und das Fazit?
Alles in allem haben die Jugendlichen vom ASG mal wieder ein schönes Probenwochenende in der Nordeifel verbracht. Viele freuen sich schon auf das nächste Jahr, wenn sie erneut vier Tage lang ihre Burg Blankenheim bewohnen dürfen. ■ Anne
© 2012 Süderländer Tageblatt, Plettenberg
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