Es wird zersägt & gespalten, gestreckt oder verkürzt

Themenfrühstück "Unsere Füße - fünf Minuten vor 12" im Krankenhaus

Zum Fachvortrag über Fußgesundheit war das Panoramacafé im Krankenhaus fast bis auf den letzten Platz besetzt.
André Scholz (r.) und sein Kollege John Hakmann beantworteten auch nach dem Ende ihrer Präsentationen noch zahlreiche Fragen interessierter Gäste. ■ Fotos: E. Schmidt

PLETTENBERG ■ Einen robusten Magen musste am Sonntag haben, wer sich beim Themenfrühstück im Plettenberger Krankenhaus unter dem Motto "Unsere Füße - fünf Minuten vor 12" informieren wollte. Denn das Anschauen einer Vielzahl extremer Krankheitsbilder, das zum täglichen Brot der "Fuß-Mediziner" gehört, war geeignet, empfindlichen Naturen den Magen umzudrehen. Ob mit oder ohne Frühstück. Das Thema brennt gleichwohl nicht nur Fußkranken unter den Nägeln.

Der Ansturm von mehr als hundert Interessierten zeugte vom großer Betroffenheit und bewirkte drangvolle Enge bis in den letzten Winkel des Panorama-Cafés. In seinem Fachvortrag "Was alles mit den Füßen passieren kann" informierte Wund-Diplom-Arzt John Hakmann über krankhafte Zustände der "Weichteile", die sowohl durch innere, als auch äußere Einflüsse entstehen sowie angeboren oder erworben sein können.

■ Fußkrankheiten haben verschiedene Ursachen

Altersbedingte Verschleißerscheinungen und Veränderungen träten bei der Problematik in den letzten Jahren zunehmend auf. Gefäßleiden, Diabetes, Herzerkrankungen und Gicht setzten eine Entwicklung mit häufigen Komplikationen in Gang, die nicht selten Amputationen erfordern und zudem gewaltige Kosten verursachen. Eine Verminderung der Lebensqualität bis hin zur Pflegeabhängigkeit der Betroffenen seien die Folgen.

Mit drastischen Bildern, aber auch informativen und zum Teil humorigen Äußerungen verlieh der "Spezialist für diabetische Fußchirurgie" seinen Ausführungen nachhaltige Wirkung. "Etwa fünf Prozent der rund 28 000 Einwohner Plettenbergs sind Diabetiker", erläuterte Hakmann. Viele der mehr als zwei Millionen Patienten in Deutschland, die an offenen Beinen leiden, sind Diabetiker. So weit muss es nicht kommen - vorausgesetzt es werden die richtige Schritte zur Prävention eingeleitet. Die beginne mit passendem Schuhwerk, guter Hygiene, Nagelpflege und damit, auf Anzeichen erster Veränderungen zu achten: Druck- und Wundstellen, Geschwüre, Ödeme, Hautverfärbungen, Entzündungen, Einrisse und Verletzungen oder Pilzbefall seien Einfallstore für Infektionen aller Art.

Das ganze Instrumentarium des chirurgischen Werkzeugkastens präsentierte André Scholz, Chefarzt der Chirurgie im Plettenberger Krankenhaus, in seinem Vortrag. Filmaufnahmen aus dem Operationssaal zeigten detailliert, welche operativen, orthopädischen und therapeutischen Maßnahmen angewandt werden, um Korrekturen an Fehlstellungen und mechanischen Verschleißerscheinungen vorzunehmen: Da wird zersägt und gespalten, gestreckt, genagelt, verkürzt, gebohrt, geschraubt und verdrahtet.

"Das ist kein Herumdoktern an den Symptomen", erklärte Scholz. Der Fuß als "sehr komplexes Gebilde" werde besonders bei Frauen enorm belastet; mit der Folge von Deformation und Verschleiß als Reaktion auf die Belastungssituation. Effektive Untersuchungs- und Therapieverfahren würden ein frühzeitiges Ende der Beeinträchtigungen ermöglichen. Es gehe um die Wiederherstellung oder den Erhalt der Funktionen; der operative Eingriff sei immer das letzte Mittel dazu.

Das Fazit der Veranstaltung: Unsere Füße tragen uns durchs Leben und erfahren oft nicht die nötige Wertschätzung Pflege. Dabei ist es nicht schwer, den verschiedensten Erkrankungen der Füße vorzubeugen. ■ As

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Themenfrühstück "Unsere Füße - fünf Minuten vor 12" im Krankenhaus
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Zum Fachvortrag über Fußgesundheit war das Panoramacafé im Krankenhaus fast bis auf den letzten Platz besetzt.
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André Scholz (r.) und sein Kollege John Hakmann beantworteten auch nach dem Ende ihrer Präsentationen noch zahlreiche Fragen interessierter Gäste. ■ Fotos: E. Schmidt
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